Jan 12, 2011 0
Zeigefinger, eingeklemmt im Vorstellungsklavier
Bei Stefan Burger reissen Fotografien aus, gehen Umwege, dehnen sich aus, fallen aus dem Rahmen, schweben unter der Decke und täuschen Wände vor, hinter denen Ausstellungsbesuchende ihren eigenen Sehgewohnheiten auf die Spur kommen können. Burger, der seine künstlerische Tätigkeit mit dem Medium Fotografie begann, versteht dieses heute als Basiswissen und Ausgangspunkt für seine sorgfältig arrangierten raumgreifenden Installationen mit Objekten, Fotos, Filmen und performativen Inszenierungen.
Die Arbeiten entstehen aus einer Bewegung des Zweifels und des nie nachlassenden In-Frage-Stellens der Produktions- und Präsentationsbedingungen der Kunst, kunsthistorischer Ikonen, der medial stilisierten Kunstrezeption und der Rolle der Künstler/innen selbst. Sie kratzen an der glänzenden Oberfläche des brillanten Fotos und des gleichgeschalteten Kunstbetriebs. Burger schafft schelmische Versuchsanordnungen, in welche die Ausstellungsbesuchenden wie in ein Bilderrätsel hineingeraten: der Wunsch hinter die Kulissen zu schauen, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, konfrontiert sie mit den eigenen Verkleidungen und Kaschierungen. Mit Witz und Poesie thematisiert Burger Entstehungsmechanismen (die meist unter den Tisch fallen), Fehlhandlungen, Leerstellen, das Dahinterliegende und Nicht-Fertige: Nicht der blühende Blumenstock interessiert ihn, sondern der leere Blumentrog, nicht die Herbstneuigkeit, sondern der Ausverkauf, nicht der grosse Auftritt, sondern die verlassene Bühne, die erloschenen Scheinwerfer.
Stefan Burger (*1977, Müllheim/Baden, D) studierte zwischen 1999 und 2003 Fotografie an der damaligen HGKZ und arbeitet seit bald zwei Jahren in einem Atelier der Stiftung BINZ39 in Zürich. Er ist Preisträger der Dr. Georg und Josi Guggenheim-Stiftung 2010.
Die Dr. Georg und Josi Guggenheim-Stiftung wurde vom Sammlerehepaar Guggenheim 1987 ins Leben gerufen. Seit dem Ableben der beiden Stifter verleiht sie alljährlich einen bedeutenden Preis an eine/n junge/n Künstler/in und veranstaltet für sie/ihn eine Ausstellung mit Katalog. Erstmals konnte dieser Preis – koordiniert mit der Eidgenössischen Kunstkommission – im Juni 2006 im Rahmen der internationalen Kunstmesse ART in Basel verliehen werden.
Freitag 14 Januar 2001 18h-22h
Vernissage
Stefan Burger
Zeigefinger, eingeklemmt im Vorstellungsklavier
Ausstellung : Sa 15. Januar bis Sa 26. Februar 2011
Öffnungszeiten: Mittwoch – Freitag, 14h-18h // Samstag, 14h-17h
Samstag 15. Januar, 20h30
Insub Meta Orchestra
Startkonzert des Microfestival
Mit: Antoine Läng, Christophe Berthet, Guy Bettini, Hans Koch, Christian Müller, Philip Kunz, Benoît Moreau, Felix Probst, Patricia Bosshard, Christian Neff, Jamasp Jhabvala, D’incise, Richard Jean, Simon Berz, Ivan Verda, Gaudenz Badrutt, Andreas Glauser, Christian Müller, Eric Rüffing Zeno Gabaglio, Jonas Kocher, Christoph Schiller, Lucie Mauch, Dragos Tara, Louis Schild, Frédéric Minner, Raphaël Ortis, Cyril Bondi, Luc Müller, Rodolphe Loubatière, Francesco Miccolis, …
Conductings und Konzepte von D’incise, Hans Koch, Cyril Bondi, Jonas Kocher, Patricia Bosshard und Christoph Berthet
Das Orchester strebt an, die Praxis der kollektiven Improvisation – in freier oder teilweise dirigierter Form – weiterzuentwickeln und auszuloten. Es positioniert sich in der Nachfolge englischer Orchester (LIO u. a.) und versucht, die Problematiken der Improvisation ausgehend vom europäischen Post-Free-Jazz, von der zeitgenössischen Musik, von der elektroakustischen Musik sowie von der Beschäftigung mit neuen Techniken und mit dem Raum anzugehen. Es handelt sich dabei nicht direkt um das Orchester des Netlabels Insubordinations, sondern um einen Kreativprozess, der auf den Grundgedanken des Label aufbaut: Arbeit im Netzwerk ohne örtliche Begrenzung sowie Austausch von Ressourcen und Ideen.
In der Beschäftigung mit kollektivem Lernen an und mit dem gemeinsamen Entwickeln von improvisierter Musik ist der Austausch von Erfahrungen zentral. Das IMO hat zum Ziel, eine lebendige und bewegliche Grundlage für die Praxis der Improvisation zu sein, in welcher sich eine Wiederaneignung von selbst ergibt.
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www.insubordinations.net/microfestival
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