
«Internal necessity», so lautete das Thema der Sommerakademie, die im August sowohl im Zentrum Paul Klee wie im PROGR stattgefunden hat. KünstlerInnen, Fellows und Nominatoren aus aller Welt fanden sich zusammen, um über die innere Notwendigkeit von Kunst zu diskutieren. Wer auch immer von ihnen die «PROGR_Story» hörte, konnte es kaum glauben. Dabei ist der Wahlerfolg vom 17. Mai, der die Übernahme des Gebäudes durch die PROGR_Stiftung und damit die Konsolidierung des Provisoriums ermöglicht, der beste Beweis dafür, dass ein Grossteil der Berner Bevölkerung die Notwendigkeit von Kultur als gesellschaftlich relevante Kraft verspürt. Ihre Überzeugung, dass Kultur grundsätzlich mitten ins Leben und in die Stadt gehört, hat die Künstlerinitiative PRO PROGR der Öffentlichkeit anschaulich vermitteln können.
Dafür, dass das Projekt PROGR überhaupt möglich werden konnte, ist der Stadt Bern und Christoph Reichenau zu danken, der 2004 als Leiter der Abteilung Kulturelles die Voraussetzungen für das Provisorium als Atelierhaus geschaffen hat. An der Aufbauarbeit und Profilierung des Hauses waren massgeblich unsere institutionellen Partner, die Turnhalle und bee-flat beteiligt und weitere initiative MieterInnen und Institutionen. Wir sind stolz darauf, dass der PROGR sich in den letzten Jahren zu einem Festivalzentrum für Veranstalter wie Shnit, Auawirleben und Queersicht entwickelt hat und dass Experimente wie die Slide Nite hier starten konnten. Unseren Partnern einen grossen Dank für die kollegiale Zusammenarbeit!
Die Stiftung PROGR hat am 1.8.2009 das ehemalige Schulgebäude übernommen. Das bisherige PROGR_Team wird den Übergang in die neue Organisation bis Ende Jahr begleiten. Die Stiftung und der Mieterverein PROGR bestreiten gemeinsam den Weg in die Zukunft, die auf der Zwischennutzung der letzten fünf Jahre aufbauen soll. Dazu gehört der Schritt von der inneren Notwendigkeit zur realen Kosten/Nutzenanalyse: Natürlich soll das Angebot von Künstlerateliers, Kultur-Büros und temporären Ateliers und Veranstaltungs-räumen weiterhin bestehen bleiben. Änderungen, die im Provisorium nicht machbar waren, sollen bald realisiert werden: der Mauerfall zwischen den beiden Höfen, eine Rezeption für die BesucherInnen. Aber nicht alles, was bisher möglich war, kann weiterhin finanziert werden. Debattiert wird z.B., ob bei der zukünftigen Öffentlichkeitsarbeit Einsparungen gemacht werden können. In welcher Form auch immer: Wir werden Sie in den kommenden Monaten weiterhin über unsere Highlights auf dem Laufenden halten.
Das PROGR_Team wünscht der Stiftung und den Kulturschaffenden und Institutionen im Haus einen guten Saisonstart und eine fruchtbare Zukunft! Wir wünschen uns, dass im PROGR weiterhin das, was nötig ist, auch möglich ist.
Beate Engel
Es bleibt ales neu
66%
Zwei von drei Personen in Bern haben eine Vision vom PROGR, wünschen sich konkret das Eine oder das Andere im und am Gebäude. Die Kultur und ihre Aktivitäten dienen einmal mehr als (dankbare!) Projektionsfläche für menschliche Träume. Diese Kraft nährt und fordert den PROGR. Von dieser Energie wurde das Provisorium (als Projekt der Abteilung
Kulturelles der Stadt Bern) gespiesen, für diese Unterstützung ist auch die Stiftung PROGR dankbar. Wir sind froh, dass wir ein grosses Dach haben (ca. 3000m²) um die vielfältigen Bedürfnisse darunter zu versammeln.
Vom Bauen
Das Dach (und natürlich weitere Gebäudeteile wie zB. die Fassade) gilt es zu renovieren. Bis man beim PROGR aber eine Baustelle sehen wird, dauert es noch über ein Jahr. Nach der Detailplanung durch den von der Stiftung beauftragten Architekten Viktor
Hirsig, Verhandlungen und Bewilligungsverfahren mit allen öffentlichen Ämtern, werden ab 2011 bis Anfang 2013 die notwendigen Arbeiten ausgeführt. Streng nach den Vorgaben «bewahren und pflegen statt erneuern» und mit dem Ziel möglichst kleine aber nachhaltige Eingriffe auszuführen, wird der PROGR bei laufendem Betrieb saniert. Der guten, soliden Grundsubstanz ist es zu verdanken, dass dieses Vorgehen mit vergleichsweise geringen Investitionskosten von 8 Mio. Franken überhaupt möglich ist.
Im Gebäude
Wichtige, aber für viele unsichtbare Schritte wurden getätigt. Unmittelbar nach der Abstimmung vom 17. Mai wurde die Stiftungsgründung vollzogen. Der Stiftungsrat setzt sich aus Peter Aerschmann (Präsident), Leila Kühni, Sibyl Matter, Günther Ketterer und Matthias Kuhn zusammen. Der Zweck der Stiftung PROGR ist Hauptleitlinie bei allen Tätigkeiten: «Gemeinnützige Unterstützung und Förderung von zeitgenössischem Kulturschaffen, insbesondere indem günstige Arbeitsräume für KünstlerInnen aller Sparten zur Verfügung gestellt werden.» Der Gedanke des Bewahrens gilt auch im inhaltlichen
Sektor. Zur Zeit laufen folgende Prozesse: Es werden Kriterien für die Vermietung der günstigen Ateliers erstellt. Hier werden, als wichtige Basis, die Erkentnisse aus dem Betrieb der letzten Jahre verwendet. Verstärkt wird die öffentliche Nutzung; Verhandlungen mit neuen Interessenten im Erdgeschoss sind am Laufen, wir werden Sie informieren! Ebenso wird die externe Vermietung der Aula oder der kleinen Bühne eine wichtige Aktivität sein. Um diese (und den ganzen Betrieb im grossen Haus mit
gut 90 Ateliers) optimal zu führen werden die Strukturen geschaffen. Bis Anfang Mai 2010 unser Baubewilligungsgesuch eingereicht wird, gilt es auf diesem Weg der Realisierung
des Gewünschten weiterzugehen. Jederzeit freuen wir uns auf Ihre Begleitung!
Fazit
Die Jahre der Zwischennutzung haben tiefe Spuren hinterlassen. Die Mischung aus von Einzelpersonen benutzen Ateliers über Räume, welche von Kollektiven gemietet werden bis hin zu Kultur-Institutionen, welche als Mieter das lebendige Umfeld schätzen und natürlich den kurzfristig eingemieten, zahlreichen Veranstaltern ist eminent wichtig für den PROGR und wird beibehalten. Insbesondere hier gilt: Alles bleibt neu!
Für die Stiftung PROGR
Matthias Kuhn
FR 04.09. 18:30h
VERNISSAGE:
«INMITTEN DES PRINZIPS»
Ausstellung | Ort: LOGE im PROGR_Hof
FR 04.09. 18:30h
VERNISSAGE:
PROGR_ARTISTS IN RESIDENCE
Ausstellung | Ort: Ausstellungszone
DI 08.09. 18:30h
TACHELES XLVII
Diskussion | Ort: aktionsraum visarte.bern
DO 10.09. 17:30h
KÜNSTLERGESPRÄCH
Diskussion | Ort: Ausstellungszone
FR 11.09. & SO 13.09.
BEE-FLAT SAISONSTART
Tanz & Konzert | Ort: Café Bar Turnhalle
FR 11.09. 20h
DIE KULTURMINISTER-
WAHLKAMPFTOUR09
Diskussion | Ort: Aula
DI 15.09. 9 – 16:30h
ARTISTS IN RESIDENCE CH
Tagung | Ort: Kleine Bühne
DI 15.09. 21h
SLIDE NITE 24
Fotoschau | Ort: CaféBar Turnhalle
DO 17.09. 18h
LOGE_ARTIST TALK
Diskussion | Ort: LOGE im PROGR_Hof
SA 26.09. 20:30h
BESWINGT!
Tanz | Ort: Aula
TANGO IN DER AULA
Tanz | Ort: Aula
BEE-FLAT
Konzerte in der Turnhalle – jeden Mittwoch und Sonntag
PROGR_Zentrum für Kulturproduktion | Waisenhausplatz 30 | Postfach 7558 | CH – 3001 Bern
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