Mar 16, 2011 0
OFFOFF: the story
OFFOFF Unabhängige Kunsträume Schweiz // Von Aurelia Fischli
Eingeladen von Kasadenkondensator, Basel und o.T. Raum für aktuelle Kunst, Luzern hielten die Kunsträume Cargobar, Basel; Kunstpanorama, Luzern; Kunstraum Aarau; Kunstraum Kreuzlingen; Marks Blond Project r.f.z.k., Bern; Oxydart, Winterthur; Piano Nobile, Genf; Progr, Zentrum für Kulturproduktion, Bern; Projektraum Exex, St. Gallen; Der Schalter – Projektraum für Kunst, Basel; Station 21 – Plattform für junge Kunst, Zürich; Whitespace, Zürich
am 12.November 2005 eine erste gemeinsame Konferenz ab.
Man könnte diese Zusammenkunft als Tag der Gründung von OFFOFF bezeichnen. Die Idee war eine gemeinsame Plattform zu gründen, welche sich ganz allgemein für die Belange von Off-Spaces interessiert und einsetzt.
In der Folge wurde ein Name bestimmt und Leitbild und Ziele formuliert.
Leitbild
OFFOFF vereint freie Ausstellungs- und Projekträume, die sich für die engagierte Präsentation und konsequente Förderung des aktuellen Kunstschaffens einsetzen. Die vernetzten OFF-Räume bilden den Nährboden für eine lebendige Kunstszene Schweiz und eröffnen neue Sichtweisen auf die Kunst. OFFOFF vertritt die Interessen der unabhängigen Kunsträume der Schweiz und versteht sich als Netzwerk für Selbstinitiative und kuratorische Unabhängigkeit.
Ziel und Zweck
• OFFOFF vertritt die Interessen und Bedürfnisse unabhängiger Kunst- und Projekträume.
• OFFOFF fordert auf kulturpolitischer Ebene grössere Anerkennung der engagierten Arbeit von OFF-Räumen.
• OFFOFF fordert von der öffentlichen Hand genügend finanzielle Mittel, um die OFF-Räume kontinuierlich zu fördern und sie damit auf eine sichere finanzielle Basis zu stellen.
• OFFOFF gestaltet die Schweizer Kunstlandschaft mit und mischt sich aktiv ein in aktuelle kulturpolitische Diskussionen.
Selbstverständnis
OFFOFF versteht sich als Zusammenschluss unterschiedlicher Projekt- und Ausstellungsräume, deren gemeinsames Ziel es ist, die Vermittlung zeitgenössischer Kunst zu fördern. Was die OFF-Räume auszeichnet:
• Non-Profit: Das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm wird nicht nach ökonomischen, sondern nach kuratorischen Kriterien konzipiert.
• Programme: OFF-Räume arbeiten mit einem kuratorischen Konzept und fokussieren ihre Ausstellungs- und Veranstaltungsaktivitäten auf die werkgerechte Präsentation aktueller Kunst.
• Publikum: Das Programm der OFF-Räume richtet sich an ein breites, kunstinteressiertes Publikum. Mit ausgewählten Vermittlungsstrategien soll der Diskurs über aktuelle Kunst gefördert und angeregt werden.
Organisiert wurden die Konferenzen von Judith Huber, ehemals Kasko, Basel und fanden im Turnus bei verschiedenen Räumen in verschiedenen Städten statt.
Weitere Räume schlossen sich dem Netzwerk an. Die Kriterien für eine Aufnahme wurden so definiert:
OFFOFF ist jederzeit offen für neue Ausstellungs- und Projekträume. Interessierte Institutionen präsentieren sich an einer Plenumssitzung der OFF-Räume. Jeder gewählte OFF-Raum kann an den Sitzungen teilnehmen und mitentscheiden. Alle im Netzwerk engagierten Institutionen beteiligen sich an den laufenden Kosten. Museen, Galerien, Kunsthallen sowie einmalige Projekte im In- und Ausland sind ausgeschlossen.
Resultat der ersten gemeinsamen Treffen war die gemeinsame Webseite www.offoff.ch.
Obwohl OFFOFF sich gegen aussen explizit nicht als Verein definierte wurde gegen innen die Form eines Vereins gewählt um besser an Unterstützungsgelder zu kommen. Ein kleines Budget war nötig um die anfallenden Kosten für die Webseite, und ein Spesengeld für Koordinationsaufgaben zu bezahlen. Unterstützt wurde OFFOFF von einer Stiftung, das restliche Geld wurde von den aktiven Räumen gestellt.
2007 präsentierte sich OFFOFF erstmals in der Öffentlichkeit:
An der LISTE 07 / The Young Art Fair Basel, im Kaskadenkondensator, traten die Verantwortlichen der verschiedenen OFF-Räume auf spielerische Art und Weise in einen direkten Austausch mit dem Publikum.
Im selben Jahr fand der OFFOFF-Round-Table im PROGR Bern statt. Unter dem Titel „Relevanz, Notwendigkeit, Zustand und Perspektiven“ diskutierten Vertreter/innen der öffentlichen und privaten Kulturförderung zusammen mit Künstler/innen und Kurator/innen über den Stellenwert unabhängiger Kunsträume in der Schweizer Kunstlandschaft.
Im Oktober 2008 wurde OFFOFF eingeladen am ART SWAP EURPOPE teilzunehmen. Als OFFOFF Vertreter nahm Daniel Suter vom Marcs Blond Project an einem Podium teil und referierte zum OFFOFF Netzwerk.
Im 2009 suchte „kulturministerium.ch“ Kandidaten für die Wahl eines neuen Kulturministers. Dieses Kunstprojekt lässt online einen Minister wählen, welcher rein representative Aufgaben hat, denn ein offizielles Kulturministerium gibt es nicht. Ein Umstand, welcher auf den Stellenwert der Kultur in der Schweiz hinweist…
OFFOFF kreierte die fiktive Kandidatin Aurelia Fischli. Vertreter von OFFOFF besuchten Podiumsanlässe von „kulturministerium.ch“ und behaupteten im Dienst von Frau Fischli zu stehen. Im Kunstbulletin wurde eine Werbeanzeige für Aurelia Fischli geschaltet und auf Facebook ist sie mit 1432 Personen befreundet.
Aurelia Fischli wurde schlussendlich wegen ihrer multiplen Persönlichkeit als Kandidatin disqualifiziert.
Auch im 2009 vertrat Lokal-int.ch / Chri Frautschi OFFOFF an der Podiumsdiskussion „Off – Spaces! Wie wichtig sind unabhängige Kunsträume?“ im FotoK, Wien.
2010 wurde die Koordinationsarbeit von Sara Izzo/Kunstraum Aarau übernommen.
OFFOFF- Vetreter besuchten den Anlass Nycthémère, den Aktionstag der Genfer Offspaces welcher von der ebenfalls bei OFFOFF aktiven Magdalena Ybarguen organisiert wurde.
Es wurde ein Blog eingerichtet auf welchem Offspace-Aktivitäten in der Schweiz publiziert werden. http://offoff.ch/blog/
Und eine Linksammlung gestartet, welche ersmals auch Offspaces aus aller Welt auflistete: http://offoff.ch/index.php?id=7,1,0,0
OFFOFF reagierte auf die Botschaft zur Förderung der Kultur des Bundes , schrieb eine Stellungnahme und formulierte Bedenken und Anregungen.
Und auch im 2011 gibt’s OFFOFF noch.
Der beste Beweis ist dieser Autritt hier am Symposium des D21 Kunstraum Leipzig.
Was wir weiter tun werden, wer weiter aktiv sein wird, was als nächstes kommt ist offen.
OFFOFF-en
OFFOFF-Schweiz grüsst Leipzig!!!!!
Aurelia Fischli


