OFFOFF.CH

Gastmahl zweyer Berge


Im Frühjahr 2011 reisen Mariann Oppliger und Sophie Hofer zur Umsetzung ihres Projekts „Gastmahl zweyer Berge“ nach Tbilisi. Inspiriert von der gleichnamigen neuw, lustig, ernsthafft und poetisch Dichtung ihres Landsmannes H.R. Rebmann aus dem Jahre 1608* finden und erfinden die Künstlerinnen in Georgien eine Reihe von Walks & Symposien und entwickeln in Aktion und Reaktion mit georgischen Protagonisten ihr eigenes Szenario zur Erklärung der Welt.

http://gastmahlzweyerberge.wordpress.com/

OFFOFF: the story

OFFOFF Unabhängige Kunsträume Schweiz // Von Aurelia Fischli
Eingeladen von Kasadenkondensator, Basel und o.T. Raum für aktuelle Kunst, Luzern hielten die Kunsträume Cargobar, Basel; Kunstpanorama, Luzern; Kunstraum Aarau; Kunstraum Kreuzlingen; Marks Blond Project r.f.z.k., Bern; Oxydart, Winterthur; Piano Nobile, Genf; Progr, Zentrum für Kulturproduktion, Bern; Projektraum Exex, St. Gallen; Der Schalter – Projektraum für Kunst, Basel; Station 21 – Plattform für junge Kunst, Zürich; Whitespace, Zürich
am 12.November 2005 eine erste gemeinsame Konferenz ab.
Man könnte diese Zusammenkunft als Tag der Gründung von OFFOFF bezeichnen. Die Idee war eine gemeinsame Plattform zu gründen, welche sich ganz allgemein für die Belange von Off-Spaces interessiert und einsetzt.
In der Folge wurde ein Name bestimmt und Leitbild und Ziele formuliert.

Leitbild
OFFOFF vereint freie Ausstellungs- und Projekträume, die sich für die engagierte Präsentation und konsequente Förderung des aktuellen Kunstschaffens einsetzen. Die vernetzten OFF-Räume bilden den Nährboden für eine lebendige Kunstszene Schweiz und eröffnen neue Sichtweisen auf die Kunst. OFFOFF vertritt die Interessen der unabhängigen Kunsträume der Schweiz und versteht sich als Netzwerk für Selbstinitiative und kuratorische Unabhängigkeit.
Ziel und Zweck
• OFFOFF vertritt die Interessen und Bedürfnisse unabhängiger Kunst- und Projekträume.
• OFFOFF fordert auf kulturpolitischer Ebene grössere Anerkennung der engagierten Arbeit von OFF-Räumen.
• OFFOFF fordert von der öffentlichen Hand genügend finanzielle Mittel, um die OFF-Räume kontinuierlich zu fördern und sie damit auf eine sichere finanzielle Basis zu stellen.
• OFFOFF gestaltet die Schweizer Kunstlandschaft mit und mischt sich aktiv ein in aktuelle kulturpolitische Diskussionen.
Selbstverständnis
OFFOFF versteht sich als Zusammenschluss unterschiedlicher Projekt- und Ausstellungsräume, deren gemeinsames Ziel es ist, die Vermittlung zeitgenössischer Kunst zu fördern. Was die OFF-Räume auszeichnet:
• Non-Profit: Das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm wird nicht nach ökonomischen, sondern nach kuratorischen Kriterien konzipiert.
• Programme: OFF-Räume arbeiten mit einem kuratorischen Konzept und fokussieren ihre Ausstellungs- und Veranstaltungsaktivitäten auf die werkgerechte Präsentation aktueller Kunst.
• Publikum: Das Programm der OFF-Räume richtet sich an ein breites, kunstinteressiertes Publikum. Mit ausgewählten Vermittlungsstrategien soll der Diskurs über aktuelle Kunst gefördert und angeregt werden.
Organisiert wurden die Konferenzen von Judith Huber, ehemals Kasko, Basel und fanden im Turnus bei verschiedenen Räumen in verschiedenen Städten statt.
Weitere Räume schlossen sich dem Netzwerk an. Die Kriterien für eine Aufnahme wurden so definiert:
OFFOFF ist jederzeit offen für neue Ausstellungs- und Projekträume. Interessierte Institutionen präsentieren sich an einer Plenumssitzung der OFF-Räume. Jeder gewählte OFF-Raum kann an den Sitzungen teilnehmen und mitentscheiden. Alle im Netzwerk engagierten Institutionen beteiligen sich an den laufenden Kosten. Museen, Galerien, Kunsthallen sowie einmalige Projekte im In- und Ausland sind ausgeschlossen.
Resultat der ersten gemeinsamen Treffen war die gemeinsame Webseite www.offoff.ch.
Obwohl OFFOFF sich gegen aussen explizit nicht als Verein definierte wurde gegen innen die Form eines Vereins gewählt um besser an Unterstützungsgelder zu kommen. Ein kleines Budget war nötig um die anfallenden Kosten für die Webseite, und ein Spesengeld für Koordinationsaufgaben zu bezahlen. Unterstützt wurde OFFOFF von einer Stiftung, das restliche Geld wurde von den aktiven Räumen gestellt.
2007 präsentierte sich OFFOFF erstmals in der Öffentlichkeit:
An der LISTE 07 / The Young Art Fair Basel, im Kaskadenkondensator, traten die Verantwortlichen der verschiedenen OFF-Räume auf spielerische Art und Weise in einen direkten Austausch mit dem Publikum.
Im selben Jahr fand der OFFOFF-Round-Table im PROGR Bern statt. Unter dem Titel „Relevanz, Notwendigkeit, Zustand und Perspektiven“ diskutierten Vertreter/innen der öffentlichen und privaten Kulturförderung zusammen mit Künstler/innen und Kurator/innen über den Stellenwert unabhängiger Kunsträume in der Schweizer Kunstlandschaft.
Im Oktober 2008 wurde OFFOFF eingeladen am ART SWAP EURPOPE teilzunehmen. Als OFFOFF Vertreter nahm Daniel Suter vom Marcs Blond Project an einem Podium teil und referierte zum OFFOFF Netzwerk.
Im 2009 suchte „kulturministerium.ch“ Kandidaten für die Wahl eines neuen Kulturministers. Dieses Kunstprojekt lässt online einen Minister wählen, welcher rein representative Aufgaben hat, denn ein offizielles Kulturministerium gibt es nicht. Ein Umstand, welcher auf den Stellenwert der Kultur in der Schweiz hinweist…
OFFOFF kreierte die fiktive Kandidatin Aurelia Fischli. Vertreter von OFFOFF besuchten Podiumsanlässe von „kulturministerium.ch“ und behaupteten im Dienst von Frau Fischli zu stehen. Im Kunstbulletin wurde eine Werbeanzeige für Aurelia Fischli geschaltet und auf Facebook ist sie mit 1432 Personen befreundet.
Aurelia Fischli wurde schlussendlich wegen ihrer multiplen Persönlichkeit als Kandidatin disqualifiziert.

Auch im 2009 vertrat Lokal-int.ch / Chri Frautschi OFFOFF an der Podiumsdiskussion „Off – Spaces! Wie wichtig sind unabhängige Kunsträume?“ im FotoK, Wien.

2010 wurde die Koordinationsarbeit von Sara Izzo/Kunstraum Aarau übernommen.

OFFOFF- Vetreter besuchten den Anlass Nycthémère, den Aktionstag der Genfer Offspaces welcher von der ebenfalls bei OFFOFF aktiven Magdalena Ybarguen organisiert wurde.

Es wurde ein Blog eingerichtet auf welchem Offspace-Aktivitäten in der Schweiz publiziert werden. http://offoff.ch/blog/
Und eine Linksammlung gestartet, welche ersmals auch Offspaces aus aller Welt auflistete: http://offoff.ch/index.php?id=7,1,0,0

OFFOFF reagierte auf die Botschaft zur Förderung der Kultur des Bundes , schrieb eine Stellungnahme und formulierte Bedenken und Anregungen.

Und auch im 2011 gibt’s OFFOFF noch.
Der beste Beweis ist dieser Autritt hier am Symposium des D21 Kunstraum Leipzig.

Was wir weiter tun werden, wer weiter aktiv sein wird, was als nächstes kommt ist offen.
OFFOFF-en

OFFOFF-Schweiz grüsst Leipzig!!!!!

Aurelia Fischli

Kritische Komplizenschaft / Critical Complicity

Komplizenschaft ist eine mikrogemeinschaftliche Allianz, die an den Rändern etablierter Ordnungssysteme operiert. Ihr kritisches Potenzial entsteht durch die Vielfalt subversiver Handlungsmodelle, die in der Grauzone unlauterer Übereinkünfte entstehen. Kern des Projekts Kritische Komplizenschaft / Critical Complicity war eine Topologie des Komplizenhaften, drei Aspekte wurden als wesentliche Orte alternativen künstlerischen Denkens und Handelns erachten: Die Übergänge von Makro- und Mikrogemeinschaft; das Moment der Interdependenz und seine taktischen Medien sowie Spannungsfeld legal/illegal inklusive von Affekt und Verführung. Kritische Komplizenschaft / Critical Complicity denkt daher den Ort seines Geschehens mit und spaltet ihn auf: In einer Ausstellung in der Kunsthalle Exnergasse in Wien, in einer Serie von Interventionen in privat-öffentlichen Räumen in Bozen gemeinsam mit Lungomare und in einer Plattform in der Galerie Škuc in Ljubljana wurden konkrete Präsentations- und Arbeitsbedingungen erprobt.

An diesem Abend laden euch die Organisatorinnen dazu ein gemeinsam über die ausdrücklichen und unausgesprochenen Mutmassungen des Projektes zu reflektieren.

Lisa Mazza / Julia Moritz
Samstag, 5. März 2011, 19:00 Uhr

Les Complices*
Anwandstrasse 9
CH-8004 Zürich

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+41 (0)43 243 88 77
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conférence de Jérémie Gindre

A CIRCUIT dans le cadre de l’exposition Menhir Melon une conférence de Jérémie Gindre le jeudi 17 février à 18h30
Les pierres allégées Avec Olivier Bosson (réalisateur), Alexandre Chollier (géographe), Emmanuelle Pireyre (écrivain), Fabienne Radi (auteur).
Cette conférence-chorale aborde la question de l’allégement des pierres, au travers d’un inventaire allant des pyramides d’Euseigne aux météorites, en passant par le ricochet, Stonehenge, le curling ou le lancer de la pierre d’Unspunnen. Les intervenants s’appliqueront à décrire les différents cas où les pierres dérogent à leur condition statique, où elles sont partiellement libérées de leur masse, naturellement ou avec l’aide de l’homme. Il sera question de pierres qui tournent, qui roulent, qui glissent, qui marchent, qui maigrissent ou qui flottent.

Menhir Melon
Jérémie Gindre

Ouverture du 05 février au 05 mars 2011
je-ve-sa de 14h à 18h et sur rendez-vous

Lecture de Jérémie Gindre :
Geology Rocks!
samedi 5 mars 18h00

Circuit, Centre d’art contemporain
9, av. de Montchoisi
(accès quai Jurigoz)
case postale 303
CH – 1001 Lausanne
Tel Fax +41 21 601 41 70
www.circuit.li

the forever ending story #011

Auf Einladung des Kunstbüros und des Kunstvereins Freiburg präsentiert the forever ending story, neben COCO aus Wien und Schaufenster aus Selestat, ihr kuratorisches Projekt im Rahmen des Vortragabends: »künstlerisch – autonom – ökonomisch« Offspaces aus Österreich, Frankreich und der Schweiz stellen sich vor. Freitag, 15. Oktober 2010 – 18:30 Uhr

Kunstverein Freiburg e.V.
Dreisamstr. 21
79098 Freiburg
http://www.kunstbuero-bw.de/veranstaltung/kuenstlerisch-autonom-oekonomisch-offspaces.html

Screens

Zur aktuellen Ausstellung “Screens” im Saal des Kunstraums Winterthur laden wir Sie kommenden Sonntag, 19.9.2010 um 16 Uhr zum Künstlergespräch mit Martina Weber, St.Galler Video-Künstlerin und Förderpreisträgerin 2010 der Stadt St.Gallen ein. Moderiert und geleitet wird das Gespräch von Marina Schütz, Kunsthistorikerin aus St.Gallen.

Kunstraum Winterthur
Wartstrasse 17
8400 Winterthur
www.kunstraumwinterthur.ch

Projekt Z(orten) Finale


Vor fast vier Monaten startete das Projekt Z(orten) und fragte sich, was passiert wenn sich junge Kunstschaffende, abseits ihrem täglichen, meist städtischen Leben, in einer renovierten Scheune mitten in einem kleinen Dorf, umgeben von Bergen, Bauernhöfen und grünen Wiesen, treffen?
Mittlerweile ist viel passiert und der Stall wurde belebt, vieles ist entstanden und wurde beantwortet, neue Fragen haben sich gestellt…

Mit dem Finale lädt Z(orten) zu einem Abschlussanlass, welcher sich ausgehend von verschiedenen Aspekten des Projektes in drei Tage und Teile gliedert. Zusammenleben und Essen am Freitag, Ausstellung neuer Arbeiten und ein Archiv mit allem bisher Entstandenen am Samstag und die Reflexion über Utopien und vorgefundene Realitäten mit einer Podiumsdiskussion am Sonntag.

Alle weiteren Infos und Anmeldung (bis 19.9.2010) auf der website: www.zortenGR.wordpress.com

OFFOFF Konferenz

Betreibst du einen Off-space? Möchtest du dich über Offoff informieren? Deinen Raum vorstellen? Mitdiskutieren?

Dann bist du herzlich eingeladen reinzuschauen an der nächsten OFFOFF Konferenz Freitag 11. Juni 16-18 Uhr in der Dampfzentrale Bern.
16h OFFOFF Konferenz 18h kulturpolitischen Debatte 20h Rating und Auktion später Party

Kunst im Gespräch

Sonntag, 9. Mai 2010, um 17 Uhr im Rahmen der aktuellen Ausstellung von DAVID HEITZ „Profile“ und ERWIN HOFSTETTER „Anlage“ im o.T. Raum für aktuelle Kunst Luzern.
Burkhard Meltzer, freier Kurator und Kritiker (Zürich), spricht mit David Heitz und Erwin Hofstetter über ihre Arbeiten.

o.T. Raum für aktuelle Kunst
Eichwaldstrasse 27a
6005 Luzern
T 041 311 22 01
Öffnungszeiten: FR + SO 16.30-18.30 Uhr, SA 13.30-16.30 Uhr
Die Ausstellung dauert noch bis zum Sonntag, 23. Mai 2010.
Bus 20 ab Bahnhof bis Haltestelle „Allmend“
Mehr unter www.ot-raumfueraktuellekunst.ch

on & against etc


on & against präsentiert eine Reihe von Veranstaltungen die inhaltlich bewusst ein weites Themenfeld öffnen, um dabei in sich und untereinander das Zusammendenken unterschiedlicher, sich überschneidender kritischer Ansätze zu behaupten.
Ausgehend von ihrer künstlerischen Praxis präsentiert das Kollektiv microsillons am ersten Abend ihre Recherchen zu möglichen Ansätzen horizontaler Wissensvermittlung in institutionellen Kontexten. Mit den Verflechtungen von Geschlecht, Sexualität, Ethnizität und Klasse in Frauengefängnissen beschäftigt sich der zweite Abend der Reihe. Die Künstlerin Elliat Graney-Saucke zeigt und diskutiert in diesem Zusammenhang gemeinsam mit der Historikerin Dominique Grisard erste Ausschnitte aus ihrem Film Boys on the Inside. Maria Iorio und Raphaël Cuomo präsentieren eine Woche später SUDEUROPA. Der im Verlauf von drei Jahren auf Lampedusa gedrehte Film reflektiert die Auswirkungen der europäischen Migrationspolitik auf den Alltag verschiedener Bewohner_innen der Insel und entwickelt dabei eine sensible künstlerische Umsetzung der komplexen Thematik. Die letzte Veranstaltung konzentriert sich auf die Kritik zweigeschlechtlicher Gesellschaftsnormen. Im Anschluss an den Filme L′ordre des mots diskutiert d_ intersexuelle Aktivist_in Vincent Guillot mit Chris Caprez und den Gästen.
Über die Inhalte der Reihe hinaus möchte on & against den Versuch unternehmen, herkömmliche Sprech- und Vermittlungspositionen zu hinterfragen. In Zusammenarbeit mit Mirjam Bürgin entsteht dazu eine Raumfigur.
Diskussionen, Präsentationen, Screenings
on & against
Mittwoch, 10. März 2010, 19h: Horizontaler Wissensaustausch mit microsillons
Mittwoch, 17. März 2010, 19h: Boys on the Inside mit Elliat Graney-Saucke und Dominique Grisard
Mittwoch, 24. März 2010, 19h: SUDEUROPA mit Maria Iorio und Raphaël Cuomo
Sonntag, 4. April 2010, 19h: L’ordre des mots mit Vincent Guillot und Chris Caprez

Präsentation / Diskussion
Horizontaler Wissensaustausch
microsillons
Mittwoch, 10. März 2010, 19h

Das Künstler_innenkollektiv microsillons wurde 2005 von Marianne Guarino-Huet und Olivier Desvoignes gegründet. microsillons realisieren eigene Projekte, die sich an der Grenze von Kunst und Kunstvermittlung mit nicht-hierarchischem Wissensaustausch beschäftigen und sind seit 2008 zuständig für den Bereich der Kunstvermittlung am Centre d′Art Contemporain in Genf. In dieser Institution zeigen sie derzeit die Ausstellung “Utopie und Alltäglichkeit. Zwischen Kunst und Pädagogik”.
Bei Les Complices* präsentieren microsillons einige ihrer eigenen sowie Beispiele anderer Projekte und unternehmen den Versuch, diese anhand der Idee der Horizontalität kritisch zu reflektieren. Dabei bewegen sie sich entlang der Fragen: Wie können Kunstprojekte pädagogische Methoden nutzen, um die traditionelle Lehrer_in-Student_in Beziehung zu überdenken und neu zu gestalten? Kann die Kunst ein Ort des Experimentierens mit Alternativen zur herkömmlichen passiven Wissensvermittlung sein, die der Pädagoge und selbstbezeichnete “Lehrer-Schüler” Paulo Freire “banking education/Bankiers-Methode” nannte? Wie können kollaborative Kunstpraktiken den Raum zum Dialog zwischen Institutionen und Gesellschaft öffnen?

Präsentation und Diskussion in Englisch. Übersetzungen nach Möglichkeit.
Link:
www.microsillons.org

Screening / Diskussion
Boys on the Inside
Elliat Graney-Saucke und Dominique Grisard
Das Frauengefängnis an der Schnittstelle von Geschlecht, Sexualität, Ethnizität/‘Rasse’ und Klasse
Mittwoch, 17. März 2010, 19h
Elliat Graney-Saucke zeigt einen rough cut von “Boys on the Inside”, einem Dokumentarfilm über die maskuline beziehungsweise “boi” Kultur in US amerikanischen Frauengefängnissen. Der Film folgt einer kleinen Gruppe vormals inhaftierter Individuen, die über ihre Erfahrungen im Gefängnis und das Leben danach reflektieren. Die Filmemacherin Elliat Graney-Saucke ist eine Multimediakünstlerin, die ihre künstlerische Arbeit mit kulturellem Aktivismus aus queerer Frauensicht verbindet. Sie ist Regisseurin und Produzentin von “Travel Queeries” (2009), einem Dokumentarfilm über radikale queere Szenen in Europa.
Neben “Boys on the Inside” werden auch Szenen aus Daniel Peddles “The Aggressives” gezeigt, einem Dokumentarfilm, der dem Leben von sechs selbstidentifizierten “Aggressives” folgt. Die Bezeichnung “Aggressives” wird von den Personen im Film – sie repräsentieren ein breites Spektrum von Geschlechter – und sexuellen Identifizierungen, darunter femme, butch, transgender, lesbisch und queer – nur zögerlich definiert. Die Erzählung hebt die Rolle von Institutionen wie dem Gefängnis, dem Spital, der Schule und dem Militär im Leben der Protagonist_innen hervor.
Die Filme geben Anlass zur Diskussion über Trans/Geschlechtlichkeit im Gefängnis und die wechselseitige Abhängigkeit von Geschlecht, Sexualität, “Rasse”/Ethnizität und Klasse. Sie werfen Fragen über Repräsentationspolitiken auf, beispielsweise über das gesellschaftskritische Interventionspotential von Film oder auch über die Ethik des Dokumentarfilmens. Dominique Grisard vom Zentrum Gender Studies der Uni Basel führt in die Thematik ein und moderiert die Diskussion.

Screening und Diskussion in Englisch. Übersetzungen nach Möglichkeit.

Links:
www.elliatcreative.com
www.travelqueeries.com
www.genderstudies.unibas.ch

Screening / Diskussion
SUDEUROPA
Maria Iorio und Raphaël Cuomo
Mittwoch, 24. März 2010, 19h
Nach ihrer Ausstellung bei Les Complices* im November 2009 zeigen Maria Iorio und Raphaël Cuomo hier einen älteren Video aus ihrer langzeitig angelegten und in engem inhaltlichen Zusammenhang stehenden Film- und Recherchereihe zu den Auswirkungen der europäischen Migrationspolitik. “SUDEUROPA” (2005 – 2007, 40 min) thematisiert dabei die spezifischen räumlichen, medialen und zeitlichen Konfigurationen, die diese im Alltag der sizilianischen Insel Lampedusa hervorrufen. Mit der Konzentration auf den Hafen, die vor dem Inkrafttreten des Schengen-Abkommens nach Lampedusa gelangten Angestellten der Hotels und die parallel mediatisierten Bilder des idyllischen Ferienparadieses einerseits und der in westlichen Medien überpräsenten Bilder ankommender Flüchtlinge andererseits übersetzt der Film die komplexe Thematik in eine mehrschichtige Erzählstruktur, die dabei auch nach deren (un)möglichen Darstellungsformen fragt. Maria Iorio und Raphaël Cuomo gehen in der Einführung zum Film auf dessen Produktionsbedingungen, ihre künstlerische Praxis und die zwischenzeitlich geschehenen Veränderungen am Drehort ein.

Screening / Diskussion
L’ordre des mots
Vincent Guillot und Chris Caprez
Film Screening und Diskussion über inter- und transsexuelle Politiken in Frankreich und der Schweiz
Film/Diskussion: Sonntag, 4. April 2010, 19h
Brunch: Montag, 5. April 2010, 11h
Was heisst es, zwischen den Geschlechtern zu leben? Ist das überhaupt möglich, und wenn ja, zu welchem Preis? Der Dokumentarfilm “L’ordre des mots” (2007, Regie: Cynthia und Mélissa Arra, 75 min) portraitiert sechs transsexuelle, intersexuelle und genderqueere Menschen in Frankreich und dokumentiert ihren Kampf gegen vorherrschende Geschlechternormen. Die Protagonist_innen erzählen vom Leben in einer zweigeschlechtlichen Gesellschaft, von Glücksmomenten und vom schwierigen Ringen mit sich selbst, mit ihrem Umfeld und mit konservativen Mediziner_innen. Der Film gibt auch Einblick in die Strategien der Gruppe GAT (Groupe Activiste Trans), die während einigen Jahren in Paris mit subversiven Aktionen Unruhe stiftete. Nach dem Film diskutiert Vincent Guillot, Protagonist_in im Film und intersexuelle Aktivist_in, mit Chris Caprez und den Gästen. Am folgenden Tag findet bei Les Complices* ein Brunch für alle Teilnehmer_innen statt.

Link:
www.lordredesmots-le-film.blogspot.com

Screening und Diskussion in Englisch und Französisch mit Simultanübersetzung.

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Wissenschaft, eine Sehnsucht der Kunst?

In den letzten Jahren wird viel von künstlerischer Forschung geredet. Dies überwiegend an Kunstfachschulen, die – neu “hochschulisiert” – nun auch forschen müssen und darüber nachdenken, was Forschen für sie bedeuten kann. Aber auch im Zusammenhang mit Stipendien oder Auszeichnungen ist häufig von “research based art” zu lesen.

Was meinen die Bezeichnungen “künstlerische Forschung” oder “research based art”? Mein persönlicher Ausgangspunkt ist, dass Kunst immer schon als Forschung betrieben wurde, als Forschungen mit einer eigenen, nämlich ästhetischen Rationalität, die der begrifflichen wissenschaftlichen Rationalität gegenübersteht. Ausgebildet als Wissenschaftlerin sehe ich gerade darin die Stärke künstlerischen Arbeitens. Texte der ästhetischen Theorie helfen mir, diese Stärke genauer zu beschreiben. Doch sind meine Ansichten haltbar (ein pdf des Textes, in dem ich sie genauer formuliert habe, findet sich unter dem Link www.lescomplices.ch/exhnext.html) oder lediglich Ausdruck einer Sehnsucht der Wissenschaft, ein anderer Bereich von Vernunft möge die Grenzen überwinden können, die sie für ihr eigenes Vorgehen sieht? Und, von daher gefragt, zeigen anerkannte Arbeiten einer “research based art” nicht eine umgekehrte Sehnsucht, eine Sehnsucht nach Wissenschaftlichkeit? Besonders häufig – scheint mir – zeigt sie sich bei Versuchen eine beabsichtigte Gesellschaftskritik irgendwie allgemeingültig zu legitimieren. Was bleibt solcher Kunst von jener ästhetischen Rationalität, die ich für ihre Stärke hielt? Eher als die Kunst meinerseits zu einer Leistung verpflichten zu wollen, interessieren mich jedoch die Einschätzungen und Zielsetzungen von Kunstschaffenden selbst: Hierzu, und in der Folge z.B. auch darüber, wie weit sie die – pragmatisch nachvollziehbaren – Versuche kunstmarktkritischer oder gesellschaftlich intervenierender KünstlerInnen unter einem Label “Forschungskunst” subventionierten Unterschlupf zu finden künstlerisch gesehen für einen fruchtbaren Weg halten.

Es scheint mir wichtig, solche Fragen auch ausserhalb der Kunsthochschulen zu diskutieren. Bei Les Complices* möchte ich dabei von konkreten künstlerischen Arbeiten ausgehen, von Arbeiten, die mir persönlich spannend scheinen “obwohl” sie als “research based art” gehandelt werden. So möchte ich meine Skepsis gegenüber dieser Bezeichnung auf die Probe stellen und hoffe im Gespräch an den beiden Abenden mit meinen eigenen Fragen weiterzukommen. (Vielleicht liesse sich ja auch behaupten, dass derzeit, von Bild-Kommunikations-technologien ermöglicht, im Bereich zwischen wissenschaftlichen und künstlerischen Forschungsweisen ein eigener, dritter Bereich von Forschungsweisen entsteht. Dritte Forschungsweisen, die neben den Erkenntnissen, die Wissenschaften vermitteln können und den Erkenntnissen, die Künste vermitteln können einen weiteren Erkenntnisbereich eröffnen. Geht es bei dem, was unter Forschungskunst gesucht wird, vielleicht um einen solchen?)
Dagmar Reichert

Gespräche / Diskussionen:
Wissenschaft, eine Sehnsucht der Kunst?
Kunst, eine Sehnsucht der Wissenschaft?
Öffentliche Gespräche über gegenwärtige Tendenzen in der künstlerischen Forschung auf der Basis einer gemeinsamen Betrachtung ausgewählter Arbeiten.
Einführung und Gesprächsleitung: Dagmar Reichert

Mittwoch, 27. Januar 2010, 19.30    Uhr
Teil 1: Kriterien der ästhetischen Theorie?
Mit Arbeiten von Maria Eichhorn, Alice Creischer & Andreas Siekmann

Mittwoch, 10. Februar 2010, 19.30
Teil 2: ästhetische Theorie als Kriterium?
Mit Arbeiten von Andrea Fraser und anderen.

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