May 20, 2009
Statement der eidgenössischen Kommissionen für Kunst / Architektur und Design
Statement der eidgenössischen Kommissionen für Kunst / Architektur und Design zur aktuellen Debatte um das Kulturförderungsgesetz:
„If it isn’t broke, don’t fix it.” – Keine unnötige Zentralisierung der Förderung von Kunst
und Design auf Bundesebene!
Ein Aufruf der Eidgenössischen Kunstkommission und der Eidgenössischen
Designkommission
Am 5.Juni 2009 wird der Ständerat über das neue Kulturförderungsgesetz (KFG)
beraten. Der Entscheid über Artikel 10 KFG (Nachwuchsförderung) wird die
zukünftige Entwicklung der vom Bund unternommenen Kulturförderung in den
Bereichen der Fine Arts und des Design ganz wesentlich beeinflussen. Gemäss dem
bereits gefällten Entscheid des Nationalrats soll die Aufgabe der
Nachwuchsförderung neu an die Stiftung Pro Helvetia übertragen werden. Damit
ginge voraussichtlich ein wichtiger Teil der Förderung von Künstlerinnen und
Künstlern sowie Designerinnen und Designern wie die Organisation der
Eidgenössischen Preise für Kunst Swiss Art Awards (Preise, Ausstellung,
Publikation) und der Eidgenössischen Förderpreise für Design (Preise, Ausstellung,
Publikation) sowie der Eidgenössischen Preise für Kunsträume vom Bundesamt für
Kultur an die Stiftung Pro Helvetia über.
Die gegenwärtige Organisation und Vergabe der Preise sowie der Ankauf von
Werken für die Bundeskunstsammlung sind unter der Regie des Bundesamtes für
Kultur sehr gut eingespielt und haben sich in der Praxis bewährt. Dass weitere
Fördermassnahmen, wie die Cahiers d’artistes, schon heute von der Stiftung Pro
Helvetia angeboten werden, bedeutet eine Bereicherung der Förderung. Eine
Teilung der Entscheidungskompetenz verhindert Missbrauch. Sie erlaubt ein
differenziertes Eingehen auf die Bedürfnisse und die Haltung der Kunst- und
Designschaffenden wie auch auf die Vermittlung ihrer Werke. Eine Zentralisierung
birgt, auch wenn diese in den Händen einer von der Bundesverwaltung fernen
Stiftung liegt, stets die Gefahr einer Verengung sowie einer Monopolisierung und
damit einer Verarmung der Förderung von Kunst und Design.
Auf verschiedene Institutionen aufgeteilte Geldquellen sind in jedem Fall nicht
unsicherer, weder in der Finanzwelt noch in der Politik. Trotz wiederholter
Sparrunden in der Vergangenheit musste der Bund bisher nie substantielle
Einschränkungen in seinen bereits seit langer Zeit unternommenen Massnahmen zur
Förderung von Kunst und Design verfügen.
Eine sinnvolle Koordination der Massnahmen, welche das Bundesamt für Kultur,
die Stiftung Pro Helvetia sowie private Kreise zugunsten der Kunst- und
Designförderung anbieten, lässt sich heute schon schnell und unbürokratisch finden,
wie das Beispiel der Swiss Art Awards in Basel zeigt: Die vom Bundesamt für Kultur
mit seinen finanziellen und personellen Ressourcen organisierte und von den
Mitgliedern der unabhängigen Eidgenössischen Kommission für Kunst / Architektur
verantwortete Auswahl aus über 570 Positionen junger Schweizer Kunst in Basel
dient dem Kiefer-Hablitzel-Stipendium, dem Prix Mobilière Young Art und dem Preis
der Stiftung Dr. Georg und Josi Guggenheim als Plattform. Neu wird in diesem Jahr
auch die Stiftung Pro Helvetia mit der Präsentation der neuen Serie ihrer Cahiers
d’artistes und mit einem eigenen Anlass bei den Swiss Art Awards zu Gast sein.
Die Bewahrung eines substantiellen Teils der Förderung der Kunstschaffenden im
Bundesamt für Kultur erlaubt es, schon frühzeitig Künstlerinnen und Künstler in
Projekte der Kunst am Bau des Bundes einzubinden. Anliegen wie die soziale
Absicherung und die Altersvorsorge für Kunstschaffende finden dank dem
direkten und regelmässigen Kontakt der Kunstschaffenden mit dem Bundesamt für
Kultur innerhalb der Bundesverwaltung sowie bei den politischen Instanzen leichter
Gehör. Die Fördermassnahmen des Bundesamtes für Kultur, insbesondere die
Wettbewerbe für den Kunst- bzw. den Designpreis knüpfen an die Ausbildung der
Künstlerinnen und Künstler sowie der Designerinnen und Designer an, und sie
erlauben es dem Bundesamt und seinen Kommissionen, in einem ständigen
Diskurs mit den Hochschulen für Kunst und Design zu bleiben. Die vom
Bundesamt für Kultur auf Empfehlung der Kunst- sowie der Designkommission
zugesprochenen Preise werden im Namen der Eidgenossenschaft verliehen und
erhalten so für die persönliche Karriere der Kunstschaffenden ihr ganz besonderes
Gewicht.
Die Zentralisierung aller Förderungsmassnahmen bei der von der
Bundesverwaltung fernen Stiftung Pro Helvetia hingegen kann allein unter dem
Aspekt der systematischen Logik scheinbar begründet werden. Diese bringt in der
Praxis keine Verbesserung, birgt hingegen unnötige Gefahren und Unwägbarkeiten:
- Für die Kunst- und Designschaffenden ist es vital, dass die Fachkompetenz
dort angesiedelt ist, wo die operativen Entscheide getroffen werden: Die
beiden vom Bundesrat ernannten beratenden Fachkommissionen
(Eidgenössische Kunstkommission und Eidgenössische Designkommission)
sind basisnahe, mit Gedächtnis operierende und dynamische (auf acht Jahre
beschränkte Amtsdauer, alle zwei Jahre in neuer Zusammensetzung),
regional abgestützte Instrumente der Entscheidungsfindung. Das Bundesamt
für Kultur folgt ausnahmslos den Empfehlungen der Fachkommissionen und
setzt damit eine gute Tradition, die seit Gründung der Eidgenössischen
Kunstkommission im Jahr 1888 gilt, fort. Bei der Stiftung Pro Helvetia
hingegen wird es keine spezialisierten und regional verankerten
Fachkommissionen mehr geben, sondern lediglich eine aus höchstens 13
Mitgliedern zusammengesetzte Fachkommission, die für alle Kunstsparten
(Musik, Literatur, Theater, freie Kunst, Design, Tanz etc.) zuständig zu sein
hat. Die Eidgenössischen Kommissionen für Kunst/Architektur und für Design
verlieren ohne konkrete Aufgaben im Rahmen der Kunstförderung des Bundes
ihre Funktion.
- Verlust von organisatorischem Know-How, von personellen und finanziellen
Ressourcen: Die Stiftung Pro Helvetia muss sich das Know-how im Hinblick
auf die Organisation der Wettbewerbe erst einmal erarbeiten und personelle
Ressourcen bereitstellen, über die sie bisher nicht verfügte. Höchst unsicher
bleibt, ob einer gesetzlich verfügten Verschiebung von Aufgaben vom
Bundesamt für Kultur zur Stiftung Pro Helvetia im Rahmen des
Budgetprozesses des Bundes sämtliche finanziellen Mittel auch wirklich
nachfolgen würden. Es ist kaum anzunehmen, dass die Verabschiedung des
Kulturförderungsgesetzes eine Aufstockung der Kulturkredite des Bundes
nach sich ziehen wird; neue Aufgaben hingegen schon. Wenn in dieser
Situation im Bundesamt für Kultur bestehende Fördermassnahmen abgebaut
werden, ist nicht damit zu rechnen, dass diese bei der Stiftung Pro Helvetia
erneut entsprechend aufgebaut werden. In welcher Höhe finanzielle Mittel bei
einer Verschiebung von Fördermassnahmen dann tatsächlich vom Bundesamt
zu Pro Helvetia transferiert würden, bleibt offen. Auf jeden Fall flössen solche
Mittel letztlich in den grossen Topf der Stiftung, der je nach Situation geteilt
wird mit Projekten wie „Echo der Volksmusik“ oder „Game Culture“. Die
Kontinuität der vom Bundesamt für Kultur in den Bereichen Kunst/Architektur
und Design aufgebauten Förderung bliebe gänzlich ungewiss. Auch etliche
finanzielle Ressourcen, die weitere Bundesämter zu Gunsten der
Kunstförderung regelmässig für das Bundesamt für Kultur freimachen,
stünden nicht mehr zu Verfügung. Künftig werden Bundesrat, Parlament und
das die entsprechende Botschaft vorbereitende Bundesamt für Kultur allein
über die Zuteilung der Finanzen die operative Kunstförderung beeinflussen
können, sofern sie dies überhaupt noch wollen. Staatsferne besitzt zwei
Seiten: Ein komplettes Outsourcing der operativen Kulturförderung an eine
von der Bundesverwaltung externe Stiftung bedeutet auch, dass sich der Staat
in einem erheblichen Ausmasse aus seiner Verantwortung zurückzieht. Dies
hat bisher kein Kanton und keine Stadt getan; wir halten dafür, dass auch der
Bund seine Kulturförderung weiterhin als eine wichtige Aufgabe des Staates
selber und direkt zu verantworten und wahrzunehmen hat.
Die Eidgenössische Kunstkommission und die Eidgenössische Designkommission
sehen daher keine Notwendigkeit für einen Systemwechsel. Sie warnen vor den
absehbaren Verschlechterungen und den drohenden Kürzungen in der Praxis des
Bundes zur Förderung von Künstlerinnen und Künstlern, Architektinnen und
Architekten sowie Designerinnen und Designern.
„Die Aufgabenteilung Pro Helvetia – Bundesamt für Kultur/Eidgenössische Kunstkommission hat sich
laut Stichproben der Kunstschaffenden bewährt. Diese schätzen gerade den unterschiedlichen
Charakter der Fachgruppen: Bei der Pro Helvetia arbeiten festangestellte Fachleute, während die
Tätigkeit der Eidgenössischen Kunstkommission durch direkt aus der Praxis heraus rekrutierte und im
Turnus wechselnde Experten geprägt wird. Auf die Pro Helvetia kommt mit vielen neu zugeschobenen
Aufgaben ohnehin eine gewaltige Herausforderung zu. Da halte ich mich an die alte amerikanische
Lebensweisheit: If it isn’t broke, don’t fix it. Diesmal zugunsten von Eidgenössischer Kunstkommission
und Bundesamt für Kultur.“ (Peter Studer, Präsident des Schweizerischen Kunstvereins, in: Kunstbrief
3, 2009).
Die Mitglieder der Eidgenössischen Kunstkommission:
Marie-Antoinette Chiarenza, Künstlerin, Zürich
Peter Hubacher, Architekt, Herisau AR
Jean-Luc Manz, artiste, Lausanne
Hans Rudolf Reust, Kritiker & Dozent, Bern, Präsident
Hinrich Sachs, Künstler, Basel
Nadia Schneider, curatrice, Genève
Nika Spalinger, Künstlerin, Zürich
Noah Stolz, curatore, Locarno
Sarah Zürcher, curatrice, Fribourg / Londres
Die Expertin und die Experten für Architektur:
Geneviève Bonnard, architecte, Monthey VS
Carlos Martinez, Architekt, Widnau SG
Andreas Reuter, Architekt, Basel
Die Mitglieder der Eidgenössischen Designkommission:
Lionel Bovier, éditeur JRP¦Ringier, Zurich
Claudia Cattaneo, Kuratorin Gewerbemuseum Winterthur, Winterthur
Annemarie Hürlimann, Ausstellungskuratorin und Kunsthistorikerin, Rüschlikon, ZH /
Berlin D
Renate Menzi, Leiterin Designsammlung, Museum für Gestaltung Zürich, Zürich
Patrick Reymond, architecte et designer, La Neuveville BE, président
Cornel Windlin, Grafiker und Typograf, Zürich
Erika Zelic, Textildesignerin, Zürich
Jill Scott, Präsidentin der Jury „sitemapping“, Zürich
Mai 2009
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«If it isn’t broke, don’t fix it.» – Évitons la centralisation inutile de la promotion de l’art et
du design au niveau fédéral!
Appel de la Commission fédérale des beaux-arts et de la Commission fédérale du
design
Le 5 juin 2009, le Conseil des États va délibérer sur la nouvelle loi sur l’encouragement
de la culture (LEC). La décision concernant l’article 10 LEC (Promotion de la relève)
influera de manière tout à fait essentielle sur l’évolution future de la promotion culturelle
menée par la Confédération dans les domaines des beaux-arts et du design.
Conformément à la décision déjà adoptée par le Conseil national, la promotion de la
relève sera dorénavant confiée à la Fondation Pro Helvetia. Conséquence prévisible:
une partie importante de la promotion des artistes et des designers, l’organisation des
Prix fédéraux des beaux-arts ‘Swiss Art Awards’ (prix, exposition, publication), des
Bourses fédérales de design (prix, exposition, publication) et des Prix fédéraux pour
espaces d’art passeraient de l’Office fédéral de la culture à la Fondation Pro Helvetia.
Actuellement, l’organisation et l’attribution des prix, ainsi que l’achat d’œuvres pour la
Collection d’art de la Confédération fonctionnent très bien sous la régie de l’Office
fédéral de la culture, et ils ont fait leurs preuves. Les mesures d’encouragement qui
sont déjà proposées par la Fondation Pro Helvetia, telles que les Cahiers d’artistes, sont
un gage d’enrichissement de la promotion. La répartition des compétences
décisionnelles évite tout abus. Elle permet une prise en compte différenciée des
besoins et de la position des créateurs et designers, ainsi que de la transmission de
leurs œuvres. La centralisation, même au sein d‘une fondation éloignée de
l’administration nationale, comporte toujours un risque de limitation et de
monopolisation, c’est-à-dire en fin de compte d’appauvrissement de la promotion de l’art
et du design.
Le fait de répartir les ressources financières entre plusieurs institutions ne les rend
pas moins sûres en termes financiers et politiques. Malgré les nombreuses mesures
d’économies adoptées par le passé, la Confédération n’a jusqu’à présent jamais dû se
résoudre à réduire de manière substantielle les mesures mises en œuvre de longue
date pour encourager l’art et le design.
Aujourd’hui, les actions proposées par l’Office fédéral de la culture, la Fondation Pro
Helvetia et le secteur privé pour encourager l’art et le design font déjà l’objet d’une
coordination judicieuse, rapide et sans paperasse inutile, comme le montre l’exemple
des ‘Swiss Art Awards’ à Bâle: la sélection de plus de 570 travaux de jeunes artistes et
architectes suisses à Bâle est organisée par l’Office fédéral de la culture, qui apporte
ses ressources financières et son personnel; elle est sous la responsabilité des
membres de la Commission fédérale indépendante des beaux-arts/de l’architecture, et
offre une plateforme pour la Bourse Kiefer-Hablitzel, le Prix Mobilière Young Art et le
prix de la Fondation Dr. Georg und Josi Guggenheim. Cette année, la Fondation Pro
Helvetia participera également aux Swiss Art Awards à travers la présentation d’une
nouvelle série de ses Cahiers d’artistes et l’organisation d’une manifestation.
Maintenir une partie substantielle de la promotion des créateurs au sein de l’Office
fédéral de la culture permet d’associer très tôt les artistes aux projets d’œuvres d’art
destinées aux bâtiments publics de la Confédération. Les questions liées à la
sécurité sociale et à l’assurance vieillesse des créateurs sont plus facilement prises
en compte par l’administration fédérale et par les instances politiques grâce aux
contacts directs et réguliers que les créateurs entretiennent avec l’Office fédéral de la
culture. Les mesures d’encouragement de l’Office fédéral de la culture, en particulier les
concours pour les Prix de l’art et du design, sont liées à la formation des artistes et
designers, et permettent à l’Office fédéral de la culture et à ses commissions d’entretenir
un dialogue permanent avec les universités d’art et de design. Les prix attribués
par l’Office fédéral de la culture sur recommandation de la Commission fédérale des
beaux-arts et du design sont remis au nom de la Confédération, ce qui leur confère
un poids très particulier pour la carrière personnelle des créateurs.
Par contre, la centralisation de toutes les mesures d’encouragement auprès de la
Fondation Pro Helvetia, qui est éloignée de l’administration fédérale, ne semble se
justifier que par une logique systématique. Toutefois, loin d’apporter des
améliorations, elle entraîne concrètement des risques et des impondérables inutiles:
– pour les créateurs et les designers, il est vital que les décisions opérationnelles
soient prises au sein des instances disposant des compétences techniques: les
deux commissions consultatives désignées par le Conseil fédéral (la Commission
fédérale des beaux-arts et la Commission fédérale du design) sont proches de la
base; elles constituent des instruments décisionnels dynamiques doués de
mémoire (mandat limité à huit ans, composition renouvelée tous les deux ans) et
ancrés dans le territoire. L’Office fédéral de la culture suit sans exception les
recommandations des Commissions spécialisées, dans le droit fil d’une tradition
établie depuis la création de la Commission fédérale des beaux-arts en 1888. Or,
la Fondation Pro Helvetia ne disposera plus de Commissions spécialisées au
niveau régional; elle ne sera constituée que d’une seule commission formée de
13 membres (max.), qui aura compétence dans tous les domaines artistiques
(musique, littérature, théâtre, beaux-arts, design, danse, etc.). Si elles sont
privées de missions concrètes pour l’encouragement de l’art au niveau fédéral,
les Commissions fédérales des beaux-arts/d’architecture et du design perdront
leur fonction.
– perte du savoir-faire en matière d’organisation, perte de personnel et de
ressources financières: la Fondation Pro Helvetia doit encore acquérir le savoir-
faire nécessaire pour l’organisation des concours, et elle doit mobiliser des
effectifs dont elle n’a jamais disposé. Quant à savoir si le transfert juridique des
missions de l’Office fédéral de la culture à la Fondation Pro Helvetia donnera lieu
à un transfert équivalent de ressources financières dans le cadre de la procédure
budgétaire fédérale, rien n’est moins sûr. Il est peu probable que l’adoption de la
Loi sur l’encouragement de la culture se traduise par un relèvement des crédits
que la Confédération alloue à la culture. Par contre, il y aura bien un transfert des
nouvelles missions. Si, dans ce contexte, on limite les mesures d’encouragement
au sein de l’Office fédéral de la culture, il y a fort à parier qu’elles ne seront pas
rétablies au sein de la Fondation Pro Helvetia. Quant à connaître le montant des
ressources financières qui seraient effectivement transférées de l’Office fédéral
de la culture à la Fondation Pro Helvetia, la question reste entière. Quoi qu’il en
soit, ces ressources tomberaient dans le grand chaudron de la Fondation, qui
contient aussi des projets tels qu’«Echo der Volksmusik» ou «Game Culture». La
continuité de la promotion réalisée par l’Office fédéral de la culture dans les
domaines art/architecture et design serait on ne peut plus incertaine. En outre,
les ressources financières régulièrement dégagées par les autres Offices
fédéraux en faveur de l’Office fédéral de la culture pour soutenir la promotion
culturelle ne seraient plus disponibles. À l’avenir, le Conseil fédéral, le Parlement
et l’Office fédéral de la culture, qui s’est attelé à la préparation du message y
relatif, seront les seuls organes qui pourront influer sur l’encouragement de l’art
par le biais de la répartition des ressources financières, si toutefois ils souhaitent
le faire. L’éloignement de l’État présente deux facettes: sous-traiter
complètement la promotion culturelle à une Fondation extérieure de
l’administration fédérale revient pour l’État à se défausser d’une grande partie de
ses responsabilités. Aucun Canton ni aucune ville ne l’avait fait jusqu’à présent;
nous demandons que la Confédération continue d’assumer directement ses
responsabilités en considérant la promotion culturelle comme une mission
importante de l’État.
Pour les raisons susmentionnées, la Commission fédérale des beaux-arts et la
Commission fédérale du design ne voient pas la nécessité de changer de système. Elles
mettent en garde contre la détérioration prévisible et les risques de réduction qu’une
telle mesure comporterait pour l’action de la Confédération en faveur des créateurs, des
architectes et des designers.
«La collaboration entre la Commission des beaux-arts et l’Office fédéral de la culture a fait ses preuves si
l’on en croit l’expérience des créateurs. Les nombreuses nouvelles tâches qui incomberaient à Pro
Helvetia constitueraient à ne pas en douter un énorme défi. Je m’en remets à la sagesse du proverbe
américain: If it isn’t broke, don’t fix it, pour le bien de la Commission fédérale des beaux-arts et de l’Office
fédéral de la culture.» (Peter Studer, Président de la Société suisse des Beaux-arts, in: Kunstbrief 3,
2009).
Membres de la Commission fédérale des beaux-arts:
Marie-Antoinette Chiarenza, artiste, Zurich
Peter Hubacher, architecte, Herisau AR
Jean-Luc Manz, artiste, Lausanne
Hans Rudolf Reust, critique d’art et chargé de cours, Berne, Président
Hinrich Sachs, artiste, Bâle
Nadia Schneider, curatrice, Genève
Nika Spalinger, artiste, Zurich
Noah Stolz, curateur, Locarno
Sarah Zürcher, curatrice, Fribourg / Londres GB
Experte et experts d’architecture:
Geneviève Bonnard, architecte, Monthey VS
Carlos Martinez, architecte, Widnau SG
Andreas Reuter, architecte, Bâle
Membres de la Commission fédérale du design:
Lionel Bovier, éditeur JRP¦Ringier, Zurich
Claudia Cattaneo, curatrice Gewerbemuseum Winterthur, Winterthour
Annemarie Hürlimann, curatrice d’expositions et historienne d’art, Rüschlikon ZH / Berlin
Renate Menzi, curatrice Designsammlung Museum für Gestaltung Zürich, Zurich
Patrick Reymond, architecte et designer, La Neuveville BE, Président
Cornel Windlin, graphiste et typographe, Zurich
Erika Zelic, designer de textiles, Zurich
Jill Scott, Présidente du jury „sitemapping“, Zurich
Mai, 2009
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“If it isn’t broke, don’t fix it!” – No ad un’inutile centralizzazione della Promozione dell’arte e
del design federale a livello federale!
Un appello della Commissione federale d’arte e della Commissione federale del
design
Il 5 giugno 2009, il Consiglio degli Stati delibererà in merito alla nuova Legge sulla
promozione della cultura (LPCu). La decisione sull’articolo 10 della LPCu (Promozione
delle nuove leve) influenzerà in maniera sostanziale l’evoluzione futura della promozione
della cultura intrapresa dalla Confederazione nei settori delle Belle arti e del Design.
Conformemente alla decisione già emanata dal Consiglio nazionale, la promozione delle
nuove leve dovrebbe ora diventare compito della Fondazione Pro Helvetia. Così facendo,
una parte rilevante della promozione di artiste, artisti e designer, come l’organizzazione
dei premi federali per l’arte Swiss Art Awards (premi, esposizione, pubblicazione) e per la
promozione del design (premi, esposizione, pubblicazione), nonché i premi federali per i
locali espositivi, passerebbero dall’Ufficio federale della cultura alla Fondazione Pro
Helvetia.
L’attuale organizzazione e l’assegnazione dei premi, come pure l’acquisto di opere per la
collezione federale, sono molto ben collaudati sotto la regia dell’Ufficio federale della
cultura e si sono sempre dimostrati efficaci nella pratica. Il fatto che già oggi la
Fondazione Pro Helvetia offra ulteriori promozioni culturali come i Cahiers d’artistes
rappresenta un arricchimento della promozione stessa. La suddivisione delle
competenze decisionali è una garanzia contro gli abusi e permette inoltre un approccio
differenziato alle esigenze e alle posizioni degli artisti e dei designer, come pure alla
mediazione delle loro opere. La centralizzazione comporta sempre il rischio di una
limitazione, di una monopolizzazione e quindi di un impoverimento della promozione
dell’arte e del design, anche quando essa si concentra nelle mani di una Fondazione
separata dall’Amministrazione federale.
Le risorse finanziarie distribuite su diverse istituzioni non perdono in alcun modo di
sicurezza, né nella sfera finanziaria, né in quella politica. Nonostante i ripetuti tagli del
passato, ad oggi la Confederazione non ha mai dovuto ricorrere a limitazioni sostanziali
delle misure in favore della promozione dell’arte e del design, rese operative ormai da
lungo tempo.
Già oggi è possibile attuare velocemente e senza troppa burocrazia una coordinazione
razionale delle misure che l’Ufficio federale della cultura, la Fondazione Pro Helvetia e i
privati mettono a disposizione, come dimostrano gli Swiss Art Awards a Basilea: la
selezione tra oltre 570 opzioni di giovani artisti e architetti svizzeri a Basilea, organizzata
dall’Ufficio federale della cultura con le sue risorse umane e finanziarie e portata avanti dai
membri della Commissione federale d’arte/architettura indipendente, funge da piattaforma
sia per il premio Kiefer-Habitzel , sia per il Prix Mobilière Young Art, sia per il Premio della
Fondazione Dr. Georg e Josi Guggenheim. Quest’anno, anche la Fondazione Pro Helvetia
parteciperà come ospite agli Swiss Art Awards con la presentazione della sua nuova serie
di Cahiers d’Artistes e con un suo evento speciale.
Conservare una parte sostanziale della promozione degli artisti in seno all’Ufficio federale
della cultura permette di coinvolgere molto precocemente artiste ed artisti in progetti
attinenti l’arte negli edifici pubblici della Confederazione. Tematiche come
l’assicurazione sociale e l’assicurazione per la vecchiaia anche per gli artisti trovano
più facilmente ascolto a livello di Amministrazione federale e presso le istanze politiche,
grazie al contatto diretto e regolare degli artisti con l’Ufficio federale della cultura. Le
misure di promozione dell’Ufficio federale della cultura, e in particolar modo i concorsi
relativi ai premi per l’arte, risp. per il design, si agganciano alla formazione delle artiste e
degli artisti e designer e consentono all’Ufficio federale e alle sue commissioni di restare
costantemente in dialogo con le Scuole superiori d’arte e design. I premi attribuiti
dall’Ufficio federale della cultura su segnalazione della Commissione d’arte e del design
vengono assegnati in nome della Confederazione, assumendo così una rilevanza
assolutamente unica per la carriera personale dell’artista.
La centralizzazione delle misure di promozione in seno alla Fondazione Pro Helvetia,
organismo separato dall’Amministrazione federale, viceversa, può essere apparentemente
motivata solo per l’aspetto della logica sistematica. Questa, tuttavia, non apporta alcun
miglioramento nella pratica, ma al contrario nasconde rischi inutili e aspetti imponderabili:
- per quanti si occupano di arte e di design è di vitale importanza che la competenza
specialistica risieda laddove si prendono le decisioni operative: ambedue le
commissioni consultive di esperti nominate dal Consiglio federale (la Commissione
federale d’arte e la Commissione federale del design) sono strumenti decisionali
vicini alla base, che operano con continuità, sono dinamici (durata della nomina
limitata a otto anni, con una nuova composizione ogni due anni) e trovano sostegno
a livello regionale. L’Ufficio federale della cultura segue senza eccezioni le
raccomandazioni delle commissioni di esperti, continuando così una tradizione che
prosegue da quando, nel 1888, è stata fondata la Commissione federale d’arte. La
Fondazione Pro Helvetia non avrà invece alcuna commissione di esperti
specializzata o ancorata alla regione, bensì soltanto una sola commissione
composta di 13 membri (max.), che dovrà occuparsi di tutte le discipline artistiche
(musica, letteratura, teatro, arte libera, design, danza, ecc.) Le commissioni federali
per l’arte /architettura e per il design, senza compiti concreti entro la promozione
federale dell’arte, perdono così la loro funzione.
- perdita di know-how organizzativo, di risorse umane e finanziarie: la Fondazione
Pro Helvetia dovrà acquisire il know-how relativo all’organizzazione dei concorsi e
organizzare poi risorse umane che finora non ha avuto a disposizione. Risulta
tuttora incerto se, nel caso di un trasferimento dei compiti, deciso per legge,
dall’Ufficio federale della cultura alla Fondazione Pro Helvetia nel quadro del
processo di budget della Confederazione, seguirebbero realmente in parallelo
anche tutti i mezzi finanziari. Non si può dare per scontato, inoltre, che
l’approvazione della Legge sulla promozione della cultura permetta di accrescere i
crediti della Confederazione destinati alla cultura; mentre è invece certo che
aumenteranno i compiti. Se, in questa situazione, all’Ufficio federale della cultura
vengono smantellate le esistenti misure per la promozione non si creda che queste
verranno poi nuovamente allestite nella stessa misura presso la Fondazione Pro
Helvetia. Non è ancora del tutto chiara l’entità dei mezzi finanziari che verrebbero
effettivamente trasferiti dall’Ufficio federale della cultura alla Fondazione Pro
Helvetia nel caso di un trasferimento delle misure di promozione. In ogni caso, tutti
questi mezzi confluirebbero in definitiva nel grande calderone della Fondazione,
che vi attinge separatamente, secondo la situazione, per progetti come “Eco della
musica popolare” o “Game Culture”. La continuità della promozione realizzata
dall’Ufficio federale della cultura nei settori dell’arte/architettura e del design resta
completamente incerta. Anche le svariate risorse finanziarie, che altri uffici federali
stanziano regolarmente in favore della promozione culturale per l’Ufficio federale
della cultura, non sarebbero più disponibili. In futuro, il Consiglio federale, il
Parlamento e l’Ufficio federale della cultura che prepara il relativo messaggio,
potrebbero avere voce in capitolo sulla promozione operativa dell’arte solo in merito
all’attribuzione delle finanze, sempre che questo sia ancora di loro interesse. La
separazione dallo Stato presenta un retro della medaglia: un outsourcing
completo della promozione operativa della cultura a una fondazione esterna
all’Amministrazione federale significa altresì che lo Stato si ritira in misura
considerevole dalla sua responsabilità. Nessun Cantone e nessuna città hanno mai
agito così fino ad oggi; riteniamo che anche la Confederazione debba continuare a
farsi carico e ad adempiere personalmente e direttamente alla promozione culturale
come a un importante compito dello Stato.
La Commissione federale d ‘arte e la Commissione federale del design non vedono
pertanto alcuna necessità di cambiare sistema. Anzi, mettono in guardia sul prevedibile
peggioramento e sui tagli che si profilano nella pratica della promozione di artiste, artisti,
architetti e designer da parte della Confederazione.
“La collaborazione tra Commissione d’arte e Ufficio federale della cultura è ben collaudata, a quanto risulta
da sondaggi casuali presso gli artisti. La Pro Helvetia si trova senz’altro di fronte a una gigantesca sfida con i
numerosi compiti nuovi che le vengono trasferiti. Per questo mi attengo all’antica massima americana: If it
isn’t broke, don’t fix it. Questa volta in favore della Commissione federale d’arte e dell’Ufficio federale della
cultura”. (Peter Studer, Presidente dell’Associazione svizzera degli artisti, in: Kunstbrief 3, 2009).
Membri della Commissione federale d’arte:
Marie-Antoinette Chiarenza, artista, Zurigo
Peter Hubacher, architetto, Herisau AR
Jean-Luc Manz, artista, Losanna
Hans Rudolf Reust, critico d’arte e docente, Berna, Presidente
Hinrich Sachs, artista, Basilea
Nadia Schneider, curatrice, Ginevra
Nika Spalinger, artista, Zurigo
Noah Stolz, curatore, Locarno
Sarah Zürcher, curatrice, Friborgo / Londra GB
Esperti ed esperte di architettura:
Geneviève Bonnard, architetto, Monthey VS
Carlos Martinez, architetto, Widnau SG
Andreas Reuter, architetto, Basilea
Membri della Commissione federale del design:
Lionel Bovier, editore JRP¦Ringier, Zurigo
Claudia Cattaneo, curatrice Gewerbemuseum Winterthur, Winterthur
Annemarie Hürlimann, curatrice d’esposizioni e storica dell’arte, Rüschlikon ZH / Berlino D
Renate Menzi, curatrice Designsammlung, Museum für Gestaltung Zürich, Zurigo
Patrick Reymond, architetto e designer, La Neuveville BE, Presidente
Cornel Windlin, grafico e typografo, Zurigo
Erika Zelic, designer tessile, Zurigo
Jill Scott, Presidente del jury “sitemapping”, Zurigo
Maggio, 2009