Apr 21, 2009
Diskussionsforum_neue Förderpraxis f. Kunsträume BAK
Die Nachfolge der «Jahressubventionen» des BAK heisst neu «Eidg. Preise für Kunsträume».
Offoff trifft sich am Mittwoch, 29. April ( 13:00 – 14:00 Uhr, im „Atelier Vermittlung“ des Schweizerischen Landesmuseums in Zürich.) mit Mitgliedern der Eidgenössischen Kunstkommission zu einem informellen Gespräch über die Ziele der neuen Regelung und die Kriterien der Jurierung.
Im Folgenden finden Sie das Reglement der «Eidg. Preise für Kunsträume» sowie Statements von einzelnen KunstraumbetreiberInnen.
Alle Interessierten sind hiermit herzlich aufgerufen, sich in den Kommentarspalten dieses Eintrages zu äussern…
++++++++
Eidgenössische Preise für Kunsträume – Reglement 2009
Das Bundesamt für Kultur vergibt jährlich 15 Preise an Institutionen und wiederkehrende Veranstaltungen, die sich der Vermittlung der Gegenwartskunst oder –architektur widmen.
Teilnahmeberechtigung
Teilnahmeberechtigt sind Ausstellungsräume für Kunst und Architektur sowie wiederkehrende Veranstaltungen und kuratorische Initiativen in der Schweiz.
Nach dreimaliger Verleihung des Preises in Folge sind die Institutionen für ein Jahr vom Wettbewerb ausgeschlossen.
Kriterien
Das BAK vergibt die 15 Preise an diejenigen Institutionen, die sich durch den innovativen Charakter, die Besonderheit und Qualität ihres kuratorischen Ansatzes und seiner praktischen Umsetzung innerhalb der Schweizer Institutionenlandschaft besonders herausheben und eine gesamtschweizerische Ausstrahlung entwickeln. Die Eidgenössische Kunstkommission bildet die Jury. Sie juriert die Eingaben in einem vergleichenden Verfahren.
Preise
Es werden jährlich maximal 6 Preise à 5’000 CHF an junge Institutionen, die seit max. 4 Jahren existieren, sowie 9 Preise à 20’000 CHF an etabliertere Institutionen vergeben.
Eingabedossier
Die Bewerbungsunterlagen müssen folgende Angaben enthalten:
1. Anmeldedaten: Name der Institution, Adresse, Kontaktperson, Email-Adresse, Telefonnummer;
2. Eckdaten zur Institution: Trägerschaft; Anzahl MitarbeiterInnen; Ausstellungsfläche;
3. Budget zum aktuellen Jahr: Mietkosten; Kosten Infrastruktur und Personal; Budget für Projektrealisierungen (Ausstellungen, Kataloge, Rahmenveranstaltungen u.ä.);
4. finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand und durch Private im aktuellen Jahr;
5. Programm des vergangenen und des aktuellen Jahres (max. 4 S.)
6. einen Text (max. 3 S.), in dem Sie folgende Fragen beantworten:
a) Wie sehen Sie die Positionierung Ihrer Institution in Ihrem Bereich innerhalb der Schweizer Institutionenlandschaft?
b) Wo liegt das Besondere, Innovative Ihres kuratorischen Ansatzes?
c) In welcher Ausstellung/Veranstaltung des vergangenen Jahrs ist Ihnen Ihrer Meinung nach die
Umsetzung am besten gelungen und weshalb?
d) Wie möchten Sie Ihren kuratorischen Ansatz im kommenden Programm weiter entwickeln?
7. Fakultativ können Sie uns eine Publikation, die 6.c) unterstützt, per Post schicken an: Bundesamt für Kultur, Dienst Kunst, Eidg. Preise für Kunsträume, Hallwylstr. 15, 3003 Bern.
Termine 2009
Das Eingabedossier muss als PDF-Datei (max. 2 Mb) bis spätestens 30. Juni 2009 an folgende Adresse gemailt werden: swissart@bak.admin.ch
Sie erhalten innerhalb von fünf Arbeitstagen eine Bestätigung Ihrer Eingabe.
Die Eidgenössische Kunstkommission wird die Eingaben z.Hd. des BAK bis Mitte August jurieren und einen Jurybericht verfassen.
Die Preise werden im September 2009 ausbezahlt.
website: http://www.bak.admin.ch/bak/themen/kulturfoerderung/00456/00457/02246/index.html?lang=de
francais: http://www.bak.admin.ch/bak/themen/kulturfoerderung/00456/00457/02246/index.html?lang=fr
Liebe alle
Schön ist eine Förderung für Kunsträume in der Schweiz zur Vermittlung
dessen was Zeitgenössisch und Architektonisch wertvoll erscheint.
Einzig das Problem besteht für ein Netzwerk der unabhängigen
Kunsträume. Gibt es eine Strategie?
A) Entscheidet die Konferenz der unabhängigen Kunsträume jährlich wer
sich bewirbt und unterstützt diese Bewerbung?
B) Reicht der Verein unabhängiger Kunsträume selbst ein mit einem
Projekt oder Fördermodell?
C) Alle reichen parallel ein und teilen sich den Gesamtgewinn?
Die wahrscheinlich fahrlässigste Strategie, wäre keine Strategie zu
haben im Sinne von “jeder frisst jeden auf”.
Wie würde der Verein unabhängiger Kunsträume einen Gewinn verteilen?
- Jeder erhält gleich viel?
- Wer wenig hat bekommt am Meisten (im Sinne einer Sozialförderung)?
- Projekte werden gefördert!
- Mieten und andere Grundkosten werden bezahlt!
Mit besten Grüssen, Mario Purkathofer
Zum Input von Mario: Ich sehe auch ein Problem in der Rolle des OFFOFF Netzwerks, aber vielleicht bin ich auch nur etwas draussen aus der Diskussion des letzten halben Jahres. Ich finde es auch sehr interessant, dass aus den Subventionen, bei denen natürlich der “Konkurrenz-Kampf” auch schon indirekt vorhanden war, ein Fördermodell im Form einer Auszeichnung mit fixen Beträgen und begrenzten Möglichkeiten der Eingabe besteht.
Das würde dann bei dem von Mario erwähnten Punkten A und C eine wirklich ausgeklügelte Vorbereitung bedeuten, dass immer andere Kombinationen von Kunsträumen ihre Programme einreichen. Das wäre andererseits auch die Möglichkeit, diese “limitierenden”Vorgaben etwas auszutricksen.
Ich frage mich auch, wie und ob wir einen Konsens erzielen können, dass die OFFOFF Mitglieder im Fall von A oder C auch die “Entscheidung” der Konferenz mittragen. Nicht, dass ich das grundsätzlich in Frage stelle, aber ich denke, dass der Diskussionsbedarf sehr hoch sein wird.
Irene Müller
Liebe Alle
Ich sehe das Problem eher in der Tatsache dass gar nicht festgelegt ist wer dann mit Kunstraum / Ausstellungsraum gemeint ist. soweit ich dass mitbekommen habe ist die oberste Budget grenze irgendwie 600.000 so dass wahrscheinlich ziemlich viele Kunsthallen ( Glarus / St. Gallen .,……) eingeben können, Räume die ja meistens über eine beträchtliche Grundfinanzierung verfügen und bei denen die 20.000.- zum teil gar nicht so eine grosse Rolle spielen vor allem wenn man dies mit der Wirkung bei den Räume die Teil von OFFOFF sind. Leider steht auch auf dem Formular und der Webseite nichts dazu………
D.h. das Ziel wäre vor allem dass das Geld nicht wie meistens dorthin fliesst wo es schon vorhanden ist…
viele Grüsse
Patrick, walcheturm, zürich
GRUPPE EDVARD KUNZT FORDERT
1. DAS SOFORTIGE EINSTELLEN JEGLICHER FÖRDERGELDER FÜR KUNSTRÄUME !
2. DIE EINGESPARTE SUMME DEM ZÜRCHER OPERNHAUS ÜBERWEISEN !
WIR WOLLEN ENDLICH RICHTIGE LEUCHTTÜRME SEHEN !!!
STOPP DEM VERBLÖDENDEN GIESSKANNENWAHNSINN !!!
HELFT UNS INDEM IHR EUCH SELBER HELFT!
FOLGT UNS! AUF EUCH HOFFEN DIE MILLIONEN!
WIR WERDEN SIEGEN!
GRUPPE EDVARD KUNZT
[...] Im Folgenden finden Sie das Reglement der «Eidg. Preise für Kunsträume» sowie Statements von einzelnen KunstraumbetreiberInnen. Mehr finden Sie unter offoff.ch/blog [...]
Hallo zusammen
Für mich gibt es zwei Frage zu klären:
Erstens, wie stehen wir als einzelner Raum zu dieser neuen Förderstruktur
und zweitens, wie können wir uns als OFF-Netzwerk dazu äussern?
Das es ein Auswahlverfahren gibt scheint auch mir klar, und das ist längst eine Selbstverständlichkeit, dass wir als Bewerberinnen um Beiträge (jeglicher Art) in einem Konkurrenzverhältnis stehen.
Woran ich mich mehr störe ist dass viel mehr grössere Beträge gesprochen werden als kleinere und dass man sich als Raum der länger als vier Jahre besteht gar nicht mehr für den kleineren Betrag von CHF 5’000.- bewerben kann. Bewerben wir uns, also sic!, nach vier Jahren als kleiner OFF-Space für den Beitrag von CHF 20’000.- – juhui, würden wir den erhalten könnte ich endlich den Grafiker (und viele andere seit Jahren unentgeltlich für das Projekt tätige) bezahlen…
Ich stimme Irene zu, dass eine Verteilung der Gewinnerbeiträge an alle OFF-Räume viel zu diskutieren gibt – eine interessante Möglichkeit finde ich es aber allemal!
Da ich im Moment in Südafrika arbeite kann ich leider nicht direkt mitdiskutieren – freue mich über die Rückmeldungen!
Herzlich
Nadine
Hallihallo. Wurden die Gelder schon verteilt? Unabhängig vom Ergebnis der Vermittlung kann die Vorgangsweise des BAK aus Sicht von OffOff nur als unzufriedenstellend bewertet werden. Ohne Rücksprache mit der Vertretung einer doch nicht geringen Zahl unabhängiger Kunsträume eine solche Förderstelle einzurichten ist schlicht fahrlässig. OffOff muss in Zukunft an der Entwicklung derartiger Reglemente mitreden und sich nicht mit einem ökonomischen Selbstzerfleischungsfördersystem zufrieden geben, das offensichtlich weder eine langjährige Strategie verfolgt oder die tatsächliche Situation berücksichtigt.
Was für einen Preis soll ein Kunstraum denn bekommen? Wer sind die geilsten Kunstvermittler?
Als Kunstraumbetreiber bin ich natürlich froh um jeden Tausender natürlich werde ich teilnehmen an der Ausschreibung. Ich bin ja alt&eitel genug. Allen anderen ist dasselbe zu raten. Die nächste Konferenz kann sich zum Beispiel ausschliesslich mit dieser Einreichung beschäftigen, dann nämlich wird das kannibalistische Prinzip sichtbar :-)
Guten Appetit!